Kurz gesagt: Azobe ist ein sehr hartes und schweres Tropenholz aus West- und Zentralafrika, in Deutschland meist als Bongossi bekannt, anderswo auch als Ekki. Es gehört von Natur aus zur Dauerhaftigkeitsklasse 1 nach EN 350, der höchsten Stufe. Fachgerecht eingebaut hält es 25 bis 40 Jahre und länger, auch mit Erd- oder Süßwasserkontakt und ganz ohne chemische Behandlung. Wer sich fragt, was Azobe ist, sucht meist ein Holz, das dauerhaft im Wasser stehen kann, ohne zu faulen. Genau dafür ist Azobe in den Niederlanden die Standardwahl: für Uferbefestigungen, Spundwände, Pfähle im Wasser und Kaimauern.
Diesen Ratgeber hat Andre Hassler von Houthandel Jan Sok in Meppel geschrieben. Wir sind seit 2000 im Holzhandel tätig und liefern Azobe aus eigenem Lager, feingesägt und mit Herkunftsnachweis.
Was ist Azobe?
Azobe ist ein Laubholz der Baumart Lophira alata aus dem Regenwald, unter anderem aus Kamerun, Gabun und Nigeria. Ob Sie Azobe, Bongossi oder Ekki hören: Es handelt sich immer um dieselbe Holzart.
Frisch gesägt ist das Holz dunkel rotbraun; unter Sonne und Regen wird es mit der Zeit gleichmäßig silbergrau. Mit rund 1.000 bis 1.100 kg pro Kubikmeter ist Azobe schwerer als Wasser und geht unter, was im Wasserbau ein Vorteil ist. Nadelhölzer wie Douglasie oder Lärche haben eine geringere natürliche Dauerhaftigkeit und eignen sich nicht für dauerhaften Wasserkontakt. Azobe gehört zu den wenigen Holzarten, die zuverlässig über Jahrzehnte im Wasser oder im Boden stehen können.
Eigenschaften und Dauerhaftigkeitsklasse
Eigenschaft | Azobe (Bongossi) |
|---|---|
Botanischer Name | Lophira alata |
Herkunft | West- und Zentralafrika |
Dauerhaftigkeitsklasse (EN 350) | 1 – sehr dauerhaft (Kernholz) |
Gebrauchsklasse (EN 335) | 4 – direkter Boden- und Süßwasserkontakt |
Lebensdauer im Wasser | 25–40 Jahre und länger |
Rohdichte | ca. 1.000–1.100 kg/m³ (schwerer als Wasser) |
Farbe | dunkel rotbraun, vergraut silbergrau |
Behandlung | nicht nötig |
Lieferbar bei Jan Sok | feingesägt; Spundwandprofil mit Nut und Feder, 30–50 mm dick, Längen 2–5 m |
Die Norm EN 350 teilt Holz in fünf Klassen ein, je nachdem, wie gut es von Natur aus gegen holzzerstörende Pilze geschützt ist. Klasse 1 ist die beste Stufe. Azobe erreicht sie ohne Holzschutzmittel, sodass keine Chemikalien ins Wasser gelangen. Das ist besonders bei Teichen, Gräben und Seen ein Vorteil.
Wofür wird Azobe verwendet?
Azobe eignet sich überall dort, wo Holz dauerhaft im Wasser oder im Boden steht und gleichzeitig hohe Lasten tragen muss:
- Uferbefestigung: hält das Ufer von Teichen, Gräben und Bächen an seinem Platz. Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel Holz für Uferbefestigungen.
- Spundwand: eine schwerere, geschlossene Wand, die auch Wasser zurückhält, etwa an Kaimauern und Wasserläufen. Einen Vergleich mit Kunststoff finden Sie unter Kunststoffspundwand oder Holz.
- Pfähle im Wasser: als Gründung für Brücken, Stege und andere Wasserbauwerke.
- Kaimauern: schwere Uferbauwerke in Häfen und an Wasserstraßen.
Für Uferbefestigungen liefern wir komplette Pakete über unsere Uferbefestigungssysteme. Das gesamte Hartholzsortiment, einschließlich Azobe, finden Sie im Hartholz-Shop.
Vor- und Nachteile
Azobe kann dauerhaft im Wasser und im Boden stehen, hält dort fachgerecht eingebaut 25 bis 40 Jahre und länger und braucht keine chemische Behandlung. Es ist sehr hart und stabil, verformt sich kaum und hält Strömung und Wellenschlag gut stand.
Dem stehen einige Nachteile gegenüber. Durch Gewicht und Härte ist die Verarbeitung anspruchsvoller als bei Nadelholz. Beim Trocknen können feine Risse entstehen, und das Holz kann splittern, was es für nackte Füße weniger angenehm macht. Unbehandelt vergraut es, was jedoch nur optisch ist und die Konstruktion nicht schwächt. Außerdem ist der Preis höher als bei imprägniertem Nadelholz. Da Sie eine Azobe-Wand aber deutlich seltener ersetzen müssen, gleicht sich der Mehrpreis über die Jahre meist aus.
Tipps für die Verarbeitung
- Vorbohren: Bohren Sie vor dem Schrauben oder Nageln immer vor, sonst kann das Holz reißen.
- Werkzeug: Verwenden Sie Sägeblätter und Bohrer aus Hartmetall; normale Bohrer werden schnell stumpf.
- Befestigung: Wählen Sie Edelstahl oder verzinkten Stahl, um Rost und dunkle Flecken zu vermeiden.
- Transport: Ein Kubikmeter wiegt rund eine Tonne. Planen Sie Lieferung und Einbau deshalb gut; wir beraten Sie gern.
Pflege
Im Wasser braucht Azobe praktisch keine Pflege, und genau deshalb wird es für Uferbefestigungen und Spundwände gewählt. Oberhalb der Wasserlinie vergraut das Holz mit der Zeit. Möchten Sie die ursprüngliche Farbe erhalten, reinigen Sie es einmal im Jahr und tragen ein geeignetes Hartholzöl auf. Für die Haltbarkeit ist das nicht nötig.
Herkunft und Nachhaltigkeit
Azobe stammt aus tropischen Wäldern, deshalb ist die Herkunft wichtig. Houthandel Jan Sok liefert Azobe nur mit Herkunftsnachweis. Weil das Holz so lange hält, muss es nur selten ersetzt werden, und das spart über die Jahre viel Holz.
Häufig gestellte Fragen zu Azobe
Was genau ist Azobe?
Azobe ist ein tropisches Hartholz der Dauerhaftigkeitsklasse 1. Es ist sehr hart und schwer, eignet sich für dauerhaften Boden- und Wasserkontakt und hält fachgerecht eingebaut 25 bis 40 Jahre und länger.
Ist Azobe dasselbe wie Bongossi?
Ja. Bongossi ist der in Deutschland gebräuchliche Name für Azobe; in anderen Ländern heißt es auch Ekki. Botanisch handelt es sich immer um Lophira alata.
Für welche Anwendungen wird Azobe verwendet?
Vor allem für Uferbefestigungen, Spundwände, Pfähle im Wasser und Kaimauern, also Bauwerke, die dauerhaft im Wasser oder im Boden stehen.
Wie lange hält Azobe im Wasser?
Fachgerecht eingebaut hält Azobe 25 bis 40 Jahre und länger, auch bei dauerhaftem Süßwasser- oder Erdkontakt. Das Kernholz gehört zur Dauerhaftigkeitsklasse 1, der höchsten Stufe nach EN 350.
Muss Azobe behandelt werden?
Nein. Azobe ist von Natur aus dauerhaft und braucht keine chemische Behandlung. Unbehandelt vergraut es im Freien; das ist rein optisch und beeinträchtigt die Konstruktion nicht.